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Die Mensch-(Schreib-)Maschine

196 Seiten, 26.325 Wörter, mehrere hundert Arbeitssunden. Diese Zahlen waren das Resultat, dass die Maschinerie am Ende des Arbeitsmarathons ausgespruckt hatte. Nach drei Monaten unter Vollspannung und Hochdruck habe ich meine Bachelor Thesis endlich abgegeben, die damit den vorangegangenen Hausarbeiten und Projekten ins Prüfungsnirvana folgt.

Nun sitze ich wieder hier, in mir tobt immer noch der Sturm und die Unruhe zerreißt mich fast. Ich will arbeiten, schaffen, etwas bewegen und voranschreiten. Zur Ablenkung ergebe ich mich erstmal in Aktionismus. Frühjahrsputz, Kochen, Dinge sortieren. Es wird dauern, ehe ich wieder meine Freizeit entspannt genießen kann. Denn meine Arbeit hat meine Persönlichkeit und meine Freizeitaktivitäten weitestgehend aufgefressen, was zum Schluss darin gipfelte, dass ich in den letzten Wochen nur noch in Stundenblöcken gedacht habe. 7 Stunden schlafen, 9 Stunden arbeiten, 2 Stunden heimfahren und essen, 6 Stunden arbeiten. Maschine an, Maschine aus.

Um ehrlich zu sein war es eine lehrreiche Erfahrung und im Nachhinein auch äußerst interessant festzustellen, inwieweit man auf Menschen, Dinge und sich selbst verzichten kann, wenn eine einzige Aufgabe nahezu die gesamte Aufmerksamkeit verschlingt. Menschen sind eben äußerst anpassungsfähig. Und natürlich strotzt man nur so vor Stolz, wenn man etwas geschaffen hat, von dem man weiß, dass es im Großen und Ganzen nicht nur Hand und Fuß hat, sondern eigentlich verdammt geiler Scheiß geworden ist.

Morgen beginnen wieder die Vorlesungen und das Studium steht stark unter dem Motto "Endspurt". Mal schauen, ob das mit dem Mensch sein und dem Schreiben dann auch wieder klappt. Es wird jedenfalls höchste Zeit, die Maschine abzuschalten.

29.3.10 20:18


Hart gegen die Mauer fallen, die Nase reiben und einfach weitergehen

Was? Meine werte Leserschaft hat gedacht, dass der kleine Ausflug in die schwedischen Musikgefilde bereits abgeschlossen wäre? Mitnichten! Ziemlich ungewollt hat sich dieses Thema in den letzten Tagen bei mir eingeschlichen, in mir festgebissen und ich habe kurzerhand beschlossen, dass mir das sehr gut gefällt. Zumindest so gut, dass das Kapitel Schweden noch einmal aufgeschlagen werden muss. Und aller guten Dinge sind ja ohnehin drei. Beklagen zwecklos.

Es war ziemlich genau vor fünf Jahren, als mir ein Quintett aus Stockholm mit "Please Please Please" die Ohren sprengte. Ein gewisser Adam Olenius nöhlte mir damals auf unnachahmliche Weise seine Verzweiflung entgegen ohne dabei wirklich verzweifelt zu klingen. Ziemlich sonderbar. Spätestens mit "100°" verstand ich dann aber auch, warum das so war. Denn da schmiss die gesamte Rasselbande bereits eine ziemlich abgedrehte Party in meinem Trommelfell. Von wem ich hier spreche? von den Shout Out Louds natürlich! Die auf ihrem Erstling "Howl Howl Gaff Gaff" immer irgendwo zwischen treibenden Rockpop-Nummern und balladesker Feinfühligkeit zu finden waren.

Mit "Our Ill Wills" gingen sie ihren Weg zwei Jahre später ziemlich konseqeuent weiter und vergrößerten ihr kleines Pop-Biotop mit 13 weiteren Schmuckstücken. Meistens mitreißend, manchmal zäh bis hin zu nervtötend, aber immer unverkennbar Shout Out Louds. Ein absoluter Augenöffner und Ohrenschmeichler eben.

Und jetzt? Jetzt melden sie sich zurück und kündigen vollmundig ihr neues Album "Work" an. Vollbepackt kommen die Skandinavier obendrein daher. Mit im Gepäck das Video zu "Fall Hard", in dem sie eindrucksvoll zeigen, wie man heutzutage einen Liveauftritt mit einer kleinen Verfolgsungsjagd kombinieren kann.

 

Achja und falls Euch nach mehr gelüstet, haben sie gleich noch die Gratiskostprobe "Walls" zum verladen auf die heimische Platte im Angebot parat.

Also ab zum Download!

2.2.10 19:52


Mit alten Freunden tanzt und stirbt es sich immer noch am besten!

Manche Bands kenne und höre ich mittlerweile schon so lange, dass sie mir oft wie alte Weggefährten vorkommen. Das kann sogar so weit gehen, dass ich sie Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre in der Ecke verstauben lasse, nur um sie irgendwann wieder herauszukramen und aufs Neue festzustellen, wie unglaublich gut doch diese musikalischen Ergüsse sind. Das ist ziemlich gut mit dem Hineinschlüpfen in ein altes Paar Schuhe der bequemsten Sorte oder dem Aufflackern einer alten Liebschaft zu vergleichen. Manchmal schwelgt man sogar in alten Erinnerungen und Gedanken oder gibt sich längst verblassten Gefühlen und Emotionen hin.

Und aus der Auswahl meiner "alten Weggefährten", möchte ich Euch die schwedischen Popurgesteine Eskobar nicht vorenthalten. Das hat ein paar ziemlich gute Gründe. Zum einen wäre da die Tatsache, dass sie vor kurzem einen Song der talent- sowie geschlechtsfreien Lady Gaga gecovert haben und ihren kleinen Streich öffentlich genüsslich auskosten. Zum anderen zeichnet sie neben ihrem Sinn für Humor noch mehr ihre Standhaftigkeit aus, musiziert das Duo Bellqvist-Zäll doch seit nunmehr 14 Jahren zusammen. Und das auf einem Niveau von dem sich so manches Pop-Prinzesschen eine große Scheibe abschneiden sollte.

Oft sind es dabei die leisen Klänge, die die starken Seiten dieses Gespanns zum Vorschein kommen lässt. Denn ehe man sich versieht, ist man schon gefangen in einem der wunderschönen Klangteppiche, die vor Sehnsucht nur so strotzen und mit einem Hauch von Melancholie zum träumen einladen. Das Paradebeispiel dafür ist wohl im Album "Eskobar" zu finden, denn dort tummeln sich gleich 11 Juwelen dieser Art, die allesamt in ihren unterschiedlichen Facetten glänzen können. Ein "The Art Of Letting Go" entpuppt sich beispielsweise als Trostspender, ein "By Your Side" lädt zum Mitsummen ein und "Immortality" jagt einem einen kalten Schauer über den Rücken.

Das die Jungs es aber auch ein wenig lauter und ein wenig größer können, zeigen sie eindrucksvoll im aktuellen Album "Death In Athens". Dabei wird ordentlich Fahrt aufgenommen und eine Stadionhymne nach der anderen rausgehauen. Das klingt komplexer, vielschichtiger und erwachsener als alles zuvor gehörte.  Was man als Hörer dabei tun soll? Nun, ganz einfach: Tanzen und Sterben.

Und damit ihr Selbiges nun auch tun könnt, habe ich Euch "Flat Earth" aus dem aktuellen Album mitgebracht.

28.1.10 21:31


Achtung, der gehörnte Schneehaase kommt!

Ich habe ja 'ne Schwäche für schwedische Musik. Und eine für elektronischen Pop obendrein. Da bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, als über den heißesten Elektroscheiß aus Skandinavien zu berichten, findet Ihr nicht auch? Passt zu guter Letzt auch noch wunderbar in diese Jahreszeit, denn zwischen Dauerfrost und Schneegestöber haben es Miike Snow geschafft,  eine abwechslungsreiche, quietschig bunte Indieplatte rauszuhauen, die als Allzweckwaffe gegen das Schlechte-Laune-Wetter dient. Kein Wunder also, dass die Band im chronisch schlechtverwitterten England mittlerweile schon in doppelter Hinsicht mit den Singleauskopplungen "Animal" und "Black & Blue" die Charts gestürmt hat.

Überhaupt ist das gesamte Album schwer mit wenigen Worten zu umreißen, denn so recht mag dieses kleine teuflische Wunderding in keine Schublade gesteckt werden. Da wären beispielsweise ein "Animal", ein "Burial" oder ein "Song For No One", die zwar allesamt mit Synthies vollgestopft sind, aber ihre unverkennbare Note entweder durch die Stimme Andrew Wyatts oder einigen wenigen Instrumenten erhalten. In "Black & Blue" stellt das Schwedentrio dagegen echte Dancefloor-Tauglichkeiten unter Beweis und mit einem "In Search Of" versinken sie ganz und gar im Technonebelgeschrabbel. Dabei schrecken sie dann auch nicht mehr davor zurück, ab und an mal etwas in ihren Nummern auszuschweifen und beispielsweise mit "Sylvia" die Sechsminuten-Marke zu knacken.

Würde man Miike Snow und ihr gleichnamiges Album mit einem Drink vergleichen, wäre es wahrscheinlich am ehesten damit getan: Wodka-Redbull mit viel Eis, auf der Tanzfläche verschüttet und in alle Himmelsrichtungen durch hunderte von stampfenden Sneakern und trippelnden Stöckelschuhen verteilt. Fertig ist das Erfolgsrezept für einen wirklich guten Indie-Electropop-Cocktail!

Um Euch nicht ganz auf dem Trockenen sitzen zu lassen, habe ich Euch selbstverständlich noch ein paar Kleinigkeiten mitgebracht. Da wäre zum Einen die Livesession von Myspace Transmission zum kostenlosen Downloaden für meine werte Leserschaft.

Ab zum Download!

Und falls das noch nicht genug ist, gibt es das wunderbare Video zum unvergleichlichen "Black & Blue" obendrein.

18.1.10 16:42


Meine Damen und Herren, wir haben es eindeutig mit einer Herausforderung zu tun!

Ich habe ja nun wirklich kein Problem damit zu arbeiten wie ein japanischer Büroangestellter auf Speed, aber so langsam wird es nun wirklich ein wenig beängstigend. Wie soll man denn noch halbwegs bei Verstand bleiben, wenn man Tag für Tag wie ein Lemming von einer Baustelle zur nächsten rennen muss?

Um mal ein wenig konkreter zu werden, meine Bachelor-Thesis ist angemeldet und zwischen den ersten Vorbereitungen, versuche ich noch eben krampfhaft zwei Hausarbeiten und ein weiteres Projekt auf die Beine zu stellen. Achja und ganz nebenbei fällt dann auch noch das an, wofür ich die ganzen Strapazen eigentlich auf mich nehme - mein Job. Täglich von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr gefüllt mit nervtötendem Kram. Ich höre noch die Worte meines Profs nachklingen, "Das sind Anforderungen, die üblich sind und wir an unsere Studenten auch ohne Weiteres stellen können". So sprach der große Häuptling.

Eigentlich mecker ich ja nicht über die Arbeit und das Studium, aber wenn ich darüber nachdenke, dass diese mehr als unbefriedigende Situation noch bis Ende März dauern soll, könnte ich glatt in die Tischkante beißen. Oder im hippen neo-leistungsorientierten Büro-Wording ausgedrückt: Wir haben es hier mit einer Herausforderung zu tun, Herrschaften.

Die finale Steigerung des Arbeitspensums und die Superlative für Termindruck und Stress. Arbeitstier, beweg deinen feisten Arsch, hopp hopp!

12.1.10 21:45


Holzhammer als Missbrauch?

Es ist kalt draußen, bitterkalt. Es schneit, regnet oder friert, auch im neuen Jahr. Vielleicht tut es das bei Euch alles sogar gleichzeitig. Warum also nicht die Zeit mit einer kleinen Geschichte aus wärmeren Tagen und purer Langeweile vertreiben? Ja? Na dann ... action!

Vor zehn Minuten war ich noch so aufgeregt wie ein kleiner Schuljunge, der kurz davor steht, seine Zuckertüte endlich aufmachen zu dürfen. Der Mann vom Paketdienst hiefte zu dem Zeitpunkt einen großen und länglichen Pappkarton über meine Türschwelle. Mit zittriger Hand quittierte ich schnell den Empfang und schleifte das Paket, eine kalte Flasche Cola und mein Handy in den Garten. Voller Vorfreude rief ich Marius an und zwitscherte ins Telefon, "Das Fußballtor ist endlich da!". Er wollte sich gleich auf den Weg machen und mir helfen. Es war der perfekte Samstagvormittag eines Julis, 25 Grad, strahlend blauer Himmel. Das warme Gras kitzelte mich zwischen den Füßen, als ich das Paket aufriss und mir ein Wust aus zwei Dutzend weiß bemalter Stangen in unterschiedlichsten Längen und Winkeln, ein großes Paket kleiner Metallbolzen sowie ein Netz und ein kleiner Gummihammer entgegenkamen.

Nun sitze ich etwas verloren zwischen dem gesamten Sammelsorium an Teilen und frage mich, was die mächtigen Torbauer mit so einem Kleinteilquatsch bezwecken wollten. Nicht gerade besonders aufbaufreundlich, wie ich finde. Vielleicht so eine Art Initiationsritus? Nur wer sich als würdig erweist und das Rätsel der hundert Teile löst, darf den heiligen Rasenballsport ausüben, oder so.

Naja, es hilft wohl nichts, am besten ich fange schon mal an, denn Marius braucht sicherlich noch einige Zeit. Typischer Lahmarsch. Ich krame die Beschreibung heraus und überfliege sie. Englisch auf Seite 1, Französisch auf Seite 2 und Dutch auf Seite 3. Dutch? Holländisch? Und wo ist die bitteschön die Sprache der Lyrik, Literaten und Gelehrten vertreten, hm? Also nochmal genauer hinschauen ... ha! Nix Dutch, sondern Deutsch.  Wohl eine kleine Verwechslung der Übersetzer. Sowas passiert ja ab und an bei multilingualen Beschreibungen. Ich fange also genauer an zu lesen:

"STECKEN ZUR BEGRÜNDUNG DIE STIFTE IN DIE BEZUGSGRÖßE DER ROHRE ALS VERANSCHAULICHTE."

Achso. Verzweifelt wandert mein Blick auf die Zeichnung. Dort wird ein kleiner Hammer gezeigt, der einen der Bolzen zwischen die Verbindungsteile der Rohre hämmert. Ich fange also an die Rohre ineinander zu stecken und hämmere brav die Bolzen fest. Das Ergebnis nach fünf Minuten schweißtreibender Arbeit ist immerhin im Ansatz einem Tor ziemlich ähnlich. Mal abgesehen davon, dass es windschief ist und ich es gegen meinen Gartenzaun lehnen muss, damit es nicht bei dem kleinsten Windstoß umfällt. Richtige Praktiker finden eben immer eine Lösung! Doch wie befestige ich mein Fußballtor-Skelett so, dass es zumindest nicht schon von den Schallwellen des nachbarlichen Rasenmähers zum Einsturz gebracht wird? Mal sehen, welchen Rat mir meine Beschreibung gibt:

"ANSETZEN DIE ANHÄNGEN BENUTZE 16 ERKLECKLICHE STIFTE. STELLUNG HERUM DIE ANHÄNGEN BEZUGSGRÖßE ALS VERANSCHAULICHTE. VERMERKEN ZU SICHERN ANHÄNGEN ZU BEGRÜNDEN ALLEMAL ANKER ZWEI STIFTE ZUSAMMEN (ALS GEWIESEN) AM ANKER ZACKEN ANGEBEN. SICHTERN STIFTE BENUTZEN HAMMER."

Ok, es reicht. Gesunder Menschenverstand hat mich vielleicht bis hier hin gebracht. Hat mich diese bescheuerten Rohrverbindungen zusammenhämmern lassen und mich bis zu diesem diabolischen Kapitel gebracht. Aber ich bin kein gottverdammter Architekt, der gerne rätselt, wie man die Statik eines Fußballtores mit ERKLECKLICHEN STIFTEN herstellt. Wieder einmal konsultiere ich die Zeichnung und kriege eine leichte Vorstellung von dem, was ich eigentlich machen muss. Ich nehme also die "erklecklichen Stifte", schlage sie mit drei Zentimeter Abstand von der kürzlich zusammengesteckten "Bezugsgröße" und in einem Abstand von ca. 15 Zen2timetern voneinander in meine frisch gemähte "Begründung. Ganz genau so, wie es mir aufgetragen wurde.

Ich verschnaufe kurz, nehme einen tiefen Schluck aus der Colaflasche, wische mir den Schweiß von der Stirn und betrachte mein Werk. Ein erfrischender Luftstoß weht mir ins Gesicht, das Tor kippelt leicht nach hinten und kracht vor meine Füße. Ich seufze, nehme die Beschreibung zur Hand und sehe was ich zuvor nicht gesehen habe. Auf einem kleinen Bildausschnitt in der rechten unteren Ecke hämmert der kleine tapfere Gummihammer die Bolzen in eine hakenähnliche Form.

Ich stelle das Tor also wieder auf, "vermerke" dieses mal, dass die Bolzen in der "Begründung" "allemal" in eine kleine gebogene Form gehämmert werden müssen, um anständig "ankern" zu können. Vielleicht hätte ich diese Kleinigkeit auch schon früher berücksichtigen können, wenn diese gottverdammte Gebrauchsanweisung nicht von legasthenischen Waschbären geschrieben worden wäre!

Eine halbe Stunde später breche ich nach getaner Arbeit und schmerzender Hand auf meinem Rasen zusammen. Und tatsächlich, es scheint recht stabil zu stehen. Selbst der angelassene Rasenmäher meines kauzigen Nachbarn lässt mein geschaffenes Meisterwerk völlig kalt. Importierte Markenware trifft eben auf deutschen Sachverstand. Triumphierend recke ich eine Faust in den Himmel und brülle, "Es ankert, es ankert!". Mein Nachbar schaut verwirrt zu mir herüber, ich bleibe noch einen kleinen Moment liegen, genieße meinen Erfolg und lache in mich hinein. Wieder nehme ich die Beschreibung zur Hand, um mich dem Höhepunkt meiner Schaffensphase zu widmen:

"ANSETZEN DIE SOLL ZUR BEGRÜNDUNG BEIM FASERIGER DIE DEHNBAR SCHLEIFEN HINDURCH DIE BODEN ÖSEN IND BEFESTIGEN ZUR BEGRÜNDUNG MIT KLEIN STIFTE. SICHERN STIFTE BENUTZE HAMMER. GARANTIEREN DIE STIFTE BIST STIEßT AUSWAHL HINEIN DIE BEGRÜNDEN AM EIN ANGELN."

Ich schlurfe nahe vorbei am Rande des Wahnsinns zurück zum Karton. Begutachte das Netz, das sich genüsslich in der Sonne kräuselt. Ich packe es, entreiße es der schachteligen Ruhe und zausel es auseinander. Umgarnt damit stapfe ich zurück zu dem verdammten Sommernachmittagsalptraum, den ich mir da ins Haus geholt hatte. Jetzt wird kurzer Prozess gemacht! Humorlos hämmere ich die Ösen des faserigen Etwas unter die gebogenen Bolzen. Nimm das,  du Miststück!

Fertig.

Fertig? Wirklich? Ich kann es immer noch nicht glauben. Stolz betrachte ich das Werk meiner sommerlichen Schaffensphase, während ich mich ins Gras plumpsen lasse. Na, das soll mir mal einer nachmachen. Ich will mich ja nicht selbst loben, aber ich muss schon zugeben, dass - "Aaaaaaaaaachtung!"

Ball. Zisch. Krach. Marius schallendes Gelächter.

Dieser Armleuchter hat es doch tatsächlich geschafft die gesamte Arbeit des Vormittags mit einem stramm geschossenen Freistoß in Trümmer zu zerlegen. Na warte. Dich haue ich in meine Begründung bis deine dehnbaren Schleifen ösen und deine erklecklichen Stifte am Anker zacken, Freundchen!

4.1.10 20:59


Komm schon, wir besuchen den Nicht-Weihnachtsmann!

Vor knapp einem Jahr habe ich bereits über ihn geschrieben. Den Mann, der noch nicht ganz die bärtige Gesichtspracht des Weihnachtsmannes erreicht hat, aber dem ganzen schon verdammt nahe kommt. Doch wo es noch an dem einen oder anderen Zentimeter im Gesichtsdschungel fehlt ist William Fitzsimmons dem guten alten Weihnachtsmann stimmlich doch in allen Belangen überlegen. Und zwar so sehr, dass M und ich ihn für würdig befanden, mit unserer Anwesenheit zu beehren.

Es war Anfang Dezember und zwei junge Herren steckten bis über beide Ohren tief im Arbeitsschlamassel. Allerdings muss ab und an auch mal eine kleine Auszeit drin sein und dementsprechend ging es zwischen Unternehmensplanspiel und Logistikvorlesungen auf einen 18-stündigen Kurztrip nach Münster. Konzert, Feiern, Betrinken, Seele baumeln lassen. So oder so ähnlich sah das Ziel unseres kleinen Freizeitprojektes aus. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, aber fest im groben Ablaufplan verankert.

Nach den ersten Bieren und dem Check-In im äußerst optimal gelegenen Hostel ging es dann auch in studentischer Höchstgeschwindigkeit weiter in die Innenstadt, denn Mister Fitzsimmons bat zum Stelldichein in der Jugendkirche. Moment ... Jugendkirche?! Doch nicht etwa so eine hippe Jungchristen-Rekrutierungsveranstaltung? Wir ahnten schreckliches.

Überpünktlich angekommen reihten wir uns in eine bereits erheblich langgewachsene Schlange ein und warteten brav und ohne zu murren nach altbewährter deutscher Mentalität in der Kälte. 20 Minuten später durften wir endlich die sakralen Hallen betreten. Links der Merchandise-Stand, vor uns das Kirchenschiff in atemberaubender Ausleuchtung und rechts ... nichts außer Wand. Wie jetzt, kein Bierstand? Nicht mal 'ne Cola? Fehlanzeige. Es wurde beschlossen, 600 Menschen auf dem trockenen sitzen zu lassen, da es sich bei diesem Ort schließlich um geweihte Hallen handelte. Ausdrücklich vom Organisations-Oberguru der Jugendkirche noch einmal für die Ungläubigen erklärt. Achja, Rauchen und reden waren sowieso auch tabu. 

M und ich murrten noch ein wenig und hofften auf ein verdammt gutes Konzert. Doch eine Meuterei im Kirchenschiff mussten wir glpcklicher Weise nicht anzetteln, denn dieses Konzert wurde ein ex-orbitantes Spektakel für alle Liebhaber akustischer Klänge und lies keine Wünsche offen. Aus nächster Nähe durften wir zwei Stunden lang bestaunen, wie ein schmächtiges Kerlchen mit Rauschebart gefühlvoll und mit glockenklarer Stimme eine Zauberwelt erschuf. Zumeist traurige Geschichtsteppiche wurden dem Publikum ausgebreitet, mit zerbrechlicher Intonierung untermalt und durch die Gewölbe in Sphären erhoben, die eine normale Club-Kulisse nie erreichen würde. Ein mystischer Gottesdienst für alle Musikjünger, der durch den trockenen Humor des Bärtigen und das sympathische und natürliche Auftreten der Band angenehm aufgelockert wurde.

Permanente Gänsehaut, offen stehende Münder, totale Hingabe zur Atmosphäre. Eines der besten Konzerte meines Lebens, mehr gibt es nicht zu sagen. Doch da Bilder oft mehr sagen, als sämtliche Wortaneinanderreihungen, die ich mir so zurecht lege, habe ich Euch selbstverständlich einen kleinen Videomitschnitt mitgebracht.

Viel Spaß mit "Everything has Changed" und frohe Weihnachten, Herrschaften!

25.12.09 12:37


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