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The West Rider Pauper Lunatic Asylum - Teil II

Woher kamen diese Worte? Sicher, er war nicht immer unebdingt Herr über seine Sinne gewesen. Schon gar nicht in den letzten Jahren, dass wusste er selber nur zu gut. Aber diese Worte waren nicht seine gewesen, er hätte sie nie - einerlei in welchem Zustand geistiger Umnachtung er gewesen wäre - so gewählt. Es waren die Worte des kleinen Jungen, die aus ihm sprachen und ihm in dem Moment wie das natürlichste der Welt vorgekommen waren, da war er sich sicher.

Sichtlich zufrieden nickte die schmächtige Gestalt, die es sich auf dem Zellenboden bequem gemacht hatte. "Richtig, mein Freund. Diese Welt ist mehr als verkehrt. Sie ist ohne Liebe. Sie ist verrückt und das weißt du. Aber sie muss nicht so sein, denn wir sind Diejenigen, die alles ändern werden. Wir, die wir als Verrückte gelten, werden der Welt das reinigende Feuer bringen. Doch dafür müssen wir selbstverständlich erst einen Ausweg aus unserem Kerker finden. Und dafür brauche ich deine Hilfe."

> This is a time / Full of fear, full of anger < 

"Ich...", Sonny verstummte. Paralisiert von der Spannung, die in den letzten Sekunden von dem Jungen auszugehen schien und sich nun über den gesamten Raum ausgebreitet hatte. Sämtliche Nackenhaare stellten sich ihm auf und ein Schauder durchzog ihn, während die Worte in seinem Kopf widerhallten. Immer und immer wieder. "Ich brauche deine Hilfe...brauche deine Hilfe...brauche deine...".

Sonnys Kopf schien zu zerbersten. "Ja, ja. Ich helfe dir! Aber bitte, lass es aufhören. Bitte...MACH, DASS DIE WORTE AUFHÖREN!" Er ging in die Knie, die Welt um ihn herum färbte sich rot. Immer weiter, immer bedrohlicher. Und ehe ihn gerade auch noch das letzte bisschen Vernunft verlassen wollte, nahm er plötzlich die Hand des kleinen Jungen auf seiner Schulter wahr. Er blickte auf und sah zum ersten Mal diese goldbraunen Augen, die alles zu durchleuchten, alles zu wissen schienen. Er würde sie nie wieder vergessen.

Wenige Augenblicke später verschwanden die Stimmen, das Rot auch. Er wusste, dass alles wieder Gut werden würde, aber er musste sich auch verzweifelt eingestehen, dass er diesem Balg folgen würde müssen. Wenn nicht, würden diese Augen ihn wahrscheinlich dazu zwingen, sich mit dem Stuhlbein zu pfählen. Langsam und grausam, Zentimeter für Zentimeter. Ohja, daran bestand kaum ein Zweifel. Dieser Junge war nicht nur verrückt, nein, er war noch viel viel mehr. Etwas, das jenseits sämtlicher Logik und des menschlichen Verständnisses lag.

"Du bist ein guter Junge, Sonny. Zusammen werden wir viel erreichen. Im Übrigen habe ich mich noch gar nicht vorgestellt. Wie unhöflich." Die kleine Gestalt streckte ihm eine knochige Hand entgegen. "Mein Name ist Dread."

Noch ehe er den Satz beendet hatte, ertönte ein ohrenbetäubendes Dröhnen. Es war die Notfallsirene, die nach etlichen Jahren des Stillstands ihren Dienst an diesem Tage wieder aufgenommen hatte. "Wie du hörst wird es höchste Zeit, dass wir hier verschwinden. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir  der anderen gequälten Seele in aller Ruhe unsere Aufwartung machen könnten, aber unser Dickerchen scheint wohl doch etwas schneller zu sein, als geplant."

Auf Dreads Lippen trat wieder ein Lächeln. Diabolisch und kindlich zugleich. Sonny erschauderte.

> In this social chaos / There is violence in the air <

8.7.09 22:39
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Janea / Website (9.7.09 13:59)
War mir gleich klar, dass du der Abnehmer für derlei Kostüme bist.

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