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The West Rider Pauper Lunatic Asylum - Teil V

Er saß mittlerweile bereits seit über einer Stunde an seinem Schreibtisch und starrte auf sein Telefon. Das Büro immer noch ein einziger Schatten, ausgenommen der Insel aus Licht, die von der Schreibtischlampe herab fiel. Sie hatten immer noch nichts gefunden, wie konnte das nur möglich sein?! Er wusste natürlich, dass es nur eine Frage der Zeit sein mochte, ehe man sie aufspüren würde. Doch zum ersten Mal seit langer Zeit schlich sich Unsicherheit - oder sogar Angst? - in seine Gedanken ein. Es war vor allem der Junge, der ihm Kopfzerbrechen bereitete. Sicher, Sonny Collins war ebenfalls mehr als nur ein gewöhnlicher Verrückter, er war ein gottverdammter Massenmörder. Doch der Junge...

Die Tür öffnete sich fast lautlos. Doch es genügte, um die Gedankenwelt von Arthur Lancer - Direktor der wohl sonderbarsten und gefährlichsten Anstalt der Welt - jäh zu durchbrechen. Durch den Türspalt ragte ein schmales Gesicht, auf dem mal wieder unverkennbar ein leicht amüsierter Gesichtsausdruck zu erkennen war. Der herablassende Blick smaragdener Augen und das süffisante Grinsen wurden dabei von pechschwarzem Haar umrahmt. Der Teufel - sein Teufel - war eingetroffen. Endlich. Er zog die Augenbraue hoch, "Vlad ... du kommst spät."

> I'm Lucifer's child, wild, acids done / Black sunglasses shade the morning sun < 

Der hagere, hochgewachsene Mann trat ebenso leise durch die Tür, wie er sie geöffnet hatte. Mit katzenähnlicher Geschmeidigkeit vollführte er dabei kaum merklich eine leichte Verbeugung. "Aber, aber Mr. Lancer. Alsbald ich Ihren Ruf vernahm, habe ich mich auf den Weg gemacht. Selbstverständlich musste ich noch einige Vorbereitungen treffen."

"Welche Vorbereitungen?"

"Nun, es dürfte Ihnen selbst schon längst aufgefallen sein, nicht wahr? Die kleinen Nachtschwärmer sollten schon längst um die nächstbeste Laterne schwirren und doch sind sie nirgends aufzufinden und tief in den Schatten versunken."

"Was soll das heißen? Denkst Du meine Männer seien nicht in der Lage zwei Entflohene ausfindig zu machen? Und selbst wenn sie sich versteckt halten, wo sollen sie schon großartig hin? Der gesamte Bereich ist abgeriegelt."

"Und trotzdem. Sie bleiben verschwunden und mein Herr zerbricht sich den Kopf darüber. Aber keine Sorge, bald werden wir sehen, ob die ganze Sorge überhaupt nötig gewesen ist. Ich habe das Talak-Tan unserem alten Großväterchen Hutchinson mitgegeben."

"Das Auge der Vergessenen? War das wirklich nötig? Du weißt doch, dass ich so wenig wie möglich von diesen ... diesen ... DINGERN in der Nähe meiner Leute haben will. Und schon gar nicht bei meinen Leuten."

Die hagere Gestalt leckte sich über die Lippen. "Reine Vorsichtsmaßnahme, sie sollten doch wissen, dass hinter Dread mehr steckt, als sein Antlitz einem Glauben machen möchte."

Der Direktor legte die Stirn tief in Falten, hielt inne und es trat ein Moment der Stille ein, der sich schwer über den Raum und die beiden Männer legte. Schließlich seufzte er tief, "Der Zweck heiligt die Mittel, nicht wahr? Möge die Hetzjagd beginnen."

"Ganz Recht Mr. Lancer."

 > In the middle of the night when they come for you / Who you going to be? What you gonna do? <

Die Kette um seinen Hals pulsierte seit der letzten Abbiegung. Ein ovaler Obsidian, eingerahmt in einer aschgrauen Holzfassung an einer schlichten silbrigen Kette. Als Hutchinson die Kette von Vlad erhalten hatte, schauderte er zunächst und ergriff sie nur voller Widerwillen. Ein schwarzes tiefes Nichts, gehalten von der Kralle eines lange vergangenen Schreckens. Wer würde so etwas schon freiwillig um den Hals tragen wollen? Aber er hatte keine große Wahl. Schließlich war er es, der die Gefangenen hatte entkommen und seinen Partner dabei ums Leben kommen lassen. Er würde alles tun, um seinen Fehltritt wieder gut zu machen.

Er nahm die nächste Abbiegung und folgte den leicht violett glimmenden Fußspuren, die er nun schon seit einer Weile verfolgte. Schattenspuren hatte Vlad sie genannt. Auch wenn er sich in all' den Jahren nicht an diese hagere Vogelscheuche gewöhnt hatte, so wusste er doch, dass er in solchen Dingen - Übernatürliches und so - eigentlich immer Recht behalten hatte.

Plötzlich nahm das Pulsieren der Kette an Intensität schlagartig zu, als er an einem der zentralen Knotenpunkte des Gängelabyrinths zum Stehen kam. Hier waren nicht die üblichen Spuren zu sehen, vielmehr hing eine dunkelviolette Wolke über diesem Teil, die die Form eines Kreuzes bildete. Auf dem Boden schimmerte anstelle der Fußspuren ein Kreis, der einen Großteil der Gabelung eingenommen hatte. Fasziniert griff Hutchinson in diese starre Wolke aus Staub. Sie bewegte sich nicht, doch schien sie bei näherer Betrachtung sogar menschliche Grundzüge zu besitzen. Er schaute sich weiter um. Eine einzige Spur führte den letzten Gang des südlichen Teiles des Swarfiga-Trakts entlang. Bingo! Denn von dort aus gab es nur diesen Weg zurück und die Spuren führten bisher nur in eine Richtung. Sie waren in der Falle.

Hastig nahm er das Funkgerät aus seiner Halterung, stellte es so ein, dass es auf der Sicherheitsfrequenz senden würde und bellte in die Sprechmuschel. "Hier Hutchinson. An alle Truppen, die Entflohenen sind auf dem Weg Richtung Sektor 9. Wiederhole. Die Entflohenen sind auf dem Weg Richtung Sektor 9. Dort kesseln wir sie ein. Erbitte schnellstens Unterstützung. Hutchinson Over."

Mehrere Bestätigungen knarzten durch das statische Rauschen und entfernt hörte er Männer im Laufschritt näher kommen. Sie waren noch zu weit weg. Aber gerade jetzt kam es auf jede Sekunde an, verdammt nochmal! Der dienstälteste Wärter traf eine Entscheidung, steckte sein Funkgerät zurück in die Halterung und zog stattdessen seine Waffe. Mit zitternden Knien lief er los Richtung Sektor 9.

> Nightmares, oh nightmares come on now / Getting my days all wrong now <

21.10.09 09:22
 


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