Startseite
    : music
    : desaster
    : interlude
  Archiv
  ?!?
  Disclaimer
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


http://myblog.de/agentlekindofdesaster

Gratis bloggen bei
myblog.de





Querdenkende Arschkrampen - oder auch: die Entdeckung des Jahres

Als wäre es nicht schon genug, dass man sich permanent mit nervtötenden Menschen im Leben herumschlagen muss, nein, momentan darf man das Ganze auch noch vor unglaublich trister, endlos grau anmutender Kulisse tun. Die Monotonie menschlicher Interaktionen vermischt sich mit Wolkenwand und Nieselwetter zu einem faden Einheitsbrei, der irgendwo bei 20°C rumdümpelt und eigentlich nur eines aussagen möchte: Es ist Arschkrampen-Zeit!

Und das alles wäre eigentlich nur sehr schwer auszuhalten, wenn da nicht gerade die musikalische Entdeckung des Jahres - zumindest aus deutscher Sicht - in meinen Mikrokosmos hinein geflattert wäre. Es handelt sich um ein Quartett junger Burschen, die irgendwo aus dem Nirgendwo stammen und es sich mit ihrer Musik ganz eindeutig zur Aufgabe gemacht haben, der Monotonie in jeglicher Hinsicht den Kampf anzusagen. Dabei bedarf es dann auch nicht viel mehr als drei einfacher Worte, um sich selbst zu bennen und zugleich die Programmatik ihres Schaffens kurz und knackig darzulegen. Werte Herrschaften, gestatten: beat!beat!beat! betreten das Licht der Bühne und werfen schon mit ihrer ersten EP "Stars" verdammt große Schatten.

Geboren aus dem Wunsch, all das miteinander musikalisch zu vereinen, was die vier Jungs an ihren Lieblingsbands so schätzen, entstand ein musikalischer Mix, der  jede noch so geräumige Musikschublade sprengt. Um die werte Hörerschaft dann doch nicht ganz zu verwirren, geben sie dem Kind gnädiger Weise selbst einen Namen und siedeln ihre Musik irgendwo zwischen Shoe Gaze, Minimal Pop und Ambient an. Zweifel, ob das Ganze musikalisch überhaupt zueinander finden kann, sind dabei sicherlich berechtigt, von der Band selbst geäußert, jedoch vollkommen überflüssig. Denn was diese jungen Wilden aus den unterschiedlichsten Genres zusammen gemixt haben, lässt sich auf einen größeren Nenner bringen, der das Ganze dann doch wie aus einem Guss daher kommen lässt. Es handelt sich um enthusiastische Musik, die Spaß macht und Lust auf mehr bereitet. So einfach ist das.

Stromlinienförmig schlängelt sich die EP "Stars" in die Gehörgänge des geneigten Publikums, ohne dabei an Wiederhörvergnügen zu verlieren. Das ist gar nicht verwunderlich, denn das kleine Meisterwerk stellt eine symbiotische Mischung dar, die irgendwo zwischen den Foals, The Whitest Boy Alive und Fotos gelandet ist. Und so brisant das Ganze klingen mag, es kommt weder sperrig noch zu aufgekratzt oder einschläfernd daher. Kurzum, beat!beat!beat! haben mit ihrer Erstlings-EP geschafft, wovon viele Musiker träumen. Innerhalb von fünf Tracks bringen sie es fertig, die Genreschranken zu sprengen, durch einen Mixer zu jagen und dabei ihren eigenen wilden Stil-Cocktail zu kreieren, der nach Sehnsucht und Tatendrang schmeckt.

Als Kostprobe habe ich selbstverständlich einen kleinen Leckerbissen mit im Gepäck, bei dem es sich um den Opener "Stars" handelt und durchaus noch als ruhigerer Vertreter des Mini-Albums bezeichnen darf.

Aufgepasst, denn wir haben es hier vielleicht mit nichts Geringerem, als der Rettung der deutschen Musikszene, in jedem Fall aber mit einem wunderbaren Gegenmittel für Arschkrampen-Tage zu tun.

17.8.10 20:57
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung