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Das falsche Commerzbankhörnchen

Ich arbeite momentan viel, vielleicht auch ein wenig am Limit. Jedenfalls überdrehe ich leicht und in schöner Regelmäßigkeit, wenn ich einigermaßen pünktlich das Büro verlassen möchte. Aus heiterem Himmel prasseln Anfragen und Aufträge auf mich ein, ohne dass ich dafür einen Finger krumm, allerdings mich dagegen ziemlich lang machen muss, um meinen Bereich ordentlich am Laufen zu halten. Das hat zur Folge, dass mein Schreibtisch ziemlich an ein Papier-Schlepperzug-Unglück erinnert und meine Tastatur mittlerweile sehr gut wissen müsste, wie sich die chilenischen Bergarbeiter gefühlt haben. Kurzum, Arbeit ist stressig. Aber so stressig, dass man zum Feierabend vor dem Büro von einem menschengroßen Eichhörnchen mit den Worten "schönen Feierabend" begrüßt wird, doch auch nun wieder nicht. Aber genau das ist heute passiert.

Während ich gedankenversunken die Treppen des Büros herunter stiefelte und die Geister der Arbeit mir noch wie Nebelschwaden nachhingen, blickte ich plötzlich in das grinsende Gesicht eines überdimensionierten Eichhörnchens. Mitten aus der grauen, verregneten Realität eines Herbstabends ragt da einfach so ein Grinse-Eichhorn in Menschengröße und das keine zwei Meter von mir entfernt. Mein Seelenleben wurde in diesem Augenblick selbstverständlich total auf den Kopf gestellt, was man wohl auch meinem Gesicht angesehen haben musste. Denn plötzlich wünschte es mir doch tatsächlich auch noch den eben besagten "schönen Feierabend".

Gottverdammt nochmal, was soll denn sowas? Mitten in totaler und vollkommener Realität kommt so eine zum Leben erweckte Phantasterei auf einen zu. Komplett unangekündigt quetschte sich da die Surrealität des Moments ähnlich penetrant wie das quietschebunte Grinsen des Eichhorn-Kostüms in meine Welt. Natürlich war es eine Kostümierung, aber eine verteufelt Gute. Das Ganze erinnerte mich spontan an den Witz, bei dem das Obi-Hörnchen in einem Restaurant sitzt und gefragt wird, ob es nicht der Dentagard-Biber sei. Ich musste Grinsen, sehr sogar.

Und wer sich sowas überhaupt ausdenkt? Einen halben Meter unterhalb des Quietschegrinsen wurde es enthüllt, der Mann im Eichhorn-Kostüm war ... das Commerzbankhörnchen! Wer hätte das gedacht, ein Bankenbiber, ha! Da dachte ich, ich hätte schon alles gesehen und dann sowas! 

Wie man sich sicherlich vorstellen kann, war der bisherige Abend für mich mehr als gelaufen, denn die gesamte Heimfahrt dachte ich darüber nach, warum man als Eichhörnchen eine Bank bewirbt und vor allem, was die Botschaft dahinter überhaupt sein soll. Wobei sich als Antwort auf diese Frage ganz eindeutig zwei Slogans bei mir durchsetzen konnten:

1. Commerzbank - Wir wissen, wo Ihre Nüsse sind!

2. Wer vertraut schon kalten und anonymen Anzugträgern? Vertrauen sie lieber den freundlichen Commerzbankhörnchen!

Persönlich denke ich ja, dass erstere Variante ein wenig zu aggressiv für den 0815-Kunden daher kommen und bei den meisten daher sicherlich für Unbehagen sorgen würde (wobei sich risikofreudige Broker natürlich angesprochen fühlen könnten). Meiner zweiten Version würde ich jedoch durchaus Potenzial zusprechen. Wenn ich zwischen einer Bank, in der normale Anzugträger arbeiten, oder einer Bank, in der Alle gezwungen wären in einem Eichhörnchenkostüm zu arbeiten, wählen müsste, wäre meine Entscheidung ziemlich eindeutig. Zumindest würde ich ganz klar meinen Anlageberater sypathischer finden, wenn er ein Eichhörnchen wäre oder so tun würde ... ich wäre dann auch eher bereit in Nussprodukte oder zumindest in Aktien von nussverarbeitenden Unternehmen zu investieren.

Zwei Stunden später weiß ich mittlerweile, dass das Commerzbankhörnchen eigentlich gar kein Eichhörnchen, sondern ein Goldhamster ist. Goldi Goldhamster, wie mich Wikipedia aktuell aufklären konnte. Wie einfallsreich! Ich bin jetzt jedenfalls meiner Träumerei beraubt, aber dafür um die Erfahrung reicher, dass es bei Wikipedia eine umfangreiche Auflistung fiktionaler Tiere gibt, in der u.a. auch Größen wie "Piefke" (Dackel aus Erich Kästners Kinderroman "Pünktchen und Anton" ) aufgereiht sind. War der Abend also doch nicht ganz umsonst. Na immerhin!

28.10.10 20:17
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


croco / Website (28.10.10 23:06)
Das Hörchen vergräbt seine Nahrung und findet sie oft nicht wieder.
Der Hamster hat sich die Bscken voll und shcleppt seine Beute tief in eine Erdhöhle.
Irgendwie erscheinen mir beide Tiere unpassend.
Außer natürlich, eine Bank möchte nicht seriös erscheinen.

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